Tascam – Back to the Roots
Am Stand von Tascam sprachen wir mit dem technischen Marketingmanager Dirk Born, zuständig für alles was Technik angeht. Gesprächsthema war die neue M-Serie und der BB-1000CD.

Dirk Born von Tascam im Gespräch
Könnten Sie zunächst einen Gesamtüberblick über die neue M-Serie geben?
Nach einiger Zeit haben wir uns endlich mal wieder besonnen, einen ganz normalen analogen Mischer auf den Markt zu bringen, für den Musiker, für die Konferenz, für alles, wofür man möglichst viele verschiedene Quellen zusammenmischen muss. Die Mischpulte der M-Serie sind vom Prinzip her alle gleich aufgebaut. Alle drei Modelle basieren auf dem M-164, einem ganz normalen analogen Mixer, ein 16 Kanal Mischpult sowie 6 Mikrofoneingänge mit Klangregelung und allem drum und dran. Die anderen Kanäle sind Stereo-Kanäle. Dabei haben wir nun, weil es ja doch viele unterschiedliche Anschlussmöglichkeiten wie Klinke, Cinch, Phono, Mini-Klinke gibt, das Ganze daraufhin abgepasst. Sonst hat man immer sein Koffer mit Adaptern dabei – wir machen dagegen ein paar Kanäle mit Klinke, ein paar mit Cinch und bauen ein Phono-Preamp ein. Und als besonderer Eingang: Mini-Klinke, um z.B. vom Mini-Disk-Player, vom MP3-Player, oder vom Ipod reinzugehen. Der ist direkt auf dem Frontpanel drauf, d.h. man braucht nur sein kleines Kabel und kann seinen Zuspieler in der modernsten Weise direkt einspeisen.
Und, um auf die Unterschiede zwischen den einzelnen Geräten der M-Serie einzugehen…
Ja, also genau dieselben Funktionen wie der M-164 hat auch der M-164FX. Hier kommt dann einfach nur noch ein integriertes Effekt-Gerät mit 16 Preset-Effekten hinzu, also Hall, Delay, Chours, die typischen Effekte, die man so alle kennt.
Kann ich die dann individuell über Send zuweisen?
Die liegen auf einem dieser Send-Wege, ich kann also bei jedem Kanal einzeln den Effekt beimischen, wie in der Analog-Technik eben so der Fall.
Und das M-164UF ergänzt dann noch um eine digitale Schnittstelle?
Genau. Auf dem M-164FX aufbauend haben wir dann weiter gedacht, nämlich an den Homerecorder oder auch an die kleine Band, die mal ein live-Mitschnitt machen will. Darum gibt’s hier dann USB-Schnittstellen. Wir führen ja USB-Audio-Interfaces und warum sollen wir nicht sowas gleich noch ins Mischpult mit einbauen. Wir haben hier jetzt eingebaut ein 16 in 2 USB Interface, d.h. ich kann 16 Eingangskanäle, oder 16 Signale aus dem Mischpult gleichzeitig auf dem Computer aufnehmen, einfach über eine kleine USB-Leitung. Cubase LE wird ebenso mitgeliefert. womit man dann schon eine kleine komplette Recording-Lösung hat, um am Computer dann einen fertigen Mix zu machen, der dann wieder über USB zurück in den Rechner und über den Monitor abgehört werden kann.
Also diesmal ein analoges Mischpult mit optionaler Digitalschnittstelle…
Ganz genau, wir haben uns diesmal auf Analog eingeschossen und kein digitales Mischpult mit analoger Bedienung gemacht.
Können Sie uns dann noch etwas über die Produktneuheiten im Recorder-Bereich sagen. Gerade zu dem Kofferrecorder BB-1000CD, mit dieser speziellen Optik?
Woran hat Sie denn die Optik als erstes erinnert?
Irgendwie an meine gute alte Stereoanalage…
Ganz genau. Das orientiert sich genau an dem klassischen “Henkelmann“, den man vor Jahren hatte, Kassette vorne rein, Kassettenklappe zu, Aufnahme-Taste gedrückt und egal was auch immer im Umfeld ist, aufzuzeichnen. Und genau das war die Idee bei diesem Gerät. Nur Kompaktkassette verwendet ja heute fast keiner mehr, deshalb haben wir einen eingebauten PC-Card-Slot wie in unseren portablen Rekordern auch, und sogar noch einen CD-Brenner.
Und da sind dann jeweils Mikrofone hinten und vorne schon integriert?
Genau
Und ich kann dann noch zusätzlich welche anschließen…
Ganz Genau
Auch mit Phantomspeisung?
Ist auch dabei, wenn man dann mal höherwertige Aufnahmen machen will, und oben noch zwei weitere Mikrofone reinhängen will. Ansonsten jedoch einfach in die Mitte des Probeaufbaus stellen, die vier Mikrofone vom Pegel her anpassen und aufnehmen.
Auch Editierfunktionen dabei?
Ja, schneiden kann man drin, wenn man mal einen falschen Ansatz hat. Eben die Basisfunktionen.
Zuletzt nun noch die Frage zu dem Tapedeck 202MKV, das ja auch neu ist. Was steckt denn da für ein Motiv dahinter, das so wieder auf den Markt zu bringen?
Hintergrund ist: Man meint immer, Kassette ist tot. Ich hab es ja eben selber fast schon anklingen lassen, aber es gibt dann immer noch eine gewiße Menge an Kassetten, die einfach im Markt drinnen sind, und die abgespielt werden wollen. Es gibt viele Leute, jetzt weniger in Deutschland, sondern auch im Osteuropäischen und im nahen Osten, wo die Kassette noch weiter verbreitet ist und da haben wir eben jetzt, da das Laufwerk des Vorgänger-Modells nicht mehr verfügbar war, eine Neuentwicklung gemacht, ein neues Laufwerk eingebaut und damit die 5. Generation hinten dran gehängt.
Also die Antwort auf eine vorhandene Nachfrage für das Tapedeck…
Genau. Es gibt noch genug Nachfrage danach, so dass es sich rentiert.
Dann ganz zuletzt vielleicht ein paar Kommentare zu den Line-Konvertern?
Diese Geräte, der LA-40MKIII, der LA-80MKII und der LA-81MKII sind sogenannte Symmetrier-Verstärker oder Unsymmetrier-Verstärker. Diese werden hauptsächlich eingesetzt im Installations-Bereich, wenn man z.B. einen einfach CD-Spieler, der nur Cinch-Ausgängen hat, an eine wirklich große Übertragungsanlage mit 30 Meter Kabellänge und mehr anschließen will. Die symmetrieren dann das Signal und verstärken es auch auf die passenden Line-Pegel. Und auf der anderen Seite natürlich das Gegenstück dazu.
Wir danken für das Interview.
Ich danke ebenfalls für ihren Besuch hier.

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[...] (für (an der Produktstrategie von Tascam weiterhin) Interessierte sei auch noch einmal das Interview mit Dirk Born auf der Musikmesse nahegelegt). Für den Musikschaffenden ist das unerheblich, kommen dabei [...]
[...] Zunächst gibt es triviale Fälle, wo der rein analoge Aufbau von Equipment über die Anwendungssituation erzwungen wird, und alles außer digitalen Schnittstellen als übertrieben und unnötig erscheint, wie im Falle von Tascams Neuerscheinungen dieses Jahr – zum einen die Mischpulte der M-Serie, die vor allem der Proberaum-Band-Situation geschuldet sind. Das M-164 von Tascam Und zum anderen, und das ist ebenso stark der Anwendung zu schulden, das Kassettendeck 202MKV. Das neue Kassettendeck 202MKV – Dazu der Kommentar des technischen Marketingmanagers von Tascam, Dirk Born: „Es gibt viele Leute, jetzt weniger in Deutschland, sondern im Osteuropäischen und im nahen Osten, wo die Kassette noch weiter verbreitet ist…“ (Interview mit Dirk Born (link)) [...]