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Interview mit Christian Prommer

July 29, 2009 Interviews Kein Kommentar

Christian Prommer

Christian Prommer

Am Sonntag, den 26. Juli spielte Christian Prommer mit seiner Drumlesson-Live-Band auf dem Festival “Das Fest“ in Karlsruhe. Wir hatten dabei die Gelegenheit, den Produzenten zu interviewen, der es schafft, eine eigene erfolgreiche Jazzplatte auf den Markt zu bringen und zugleich, sozusagen synchron, an der anderen Front des akustik-digital-Spektrums die neue Technoplatte von DJ Hell zu produzieren. Damit kommt Christian Prommer eine Schlüsselfigur in der modernen U-und E-Musik zu, die man als Konzept in den Geisteswissenschaften Interdisziplinarität zu nennen pflegt – zu deutsch das Forschen und Schaffen über konventionelle Grenzen und das kanonische bzw. fachliche Denken hinweg. Und wie wir in der ersten Ausgabe unserer SongHistory-Reihe (Daft Punks “Around The World” meets Jazz & Latin) bereits thematisiert haben, steht Prommer mit seinen Interpretationen aus musikwissenschaftlicher Perspektive, nicht nur bezüglich der Genre-Transposition, Techno -Jazz, in einer hervorgehobenen Position, sondern auch bezüglich der Historie von Songs, deren Motiv er trivial betrachtet durch seine Reinterpretation neue Aktualität und damit anhaltende kulturelle Präsenz verleiht.

Drumlesson bei "Das Fest"

DJ Samon Kawamura, Christian Prommer und Rhani Krija

Drumlesson Vol. 1 erschien bereits 2007 auf Sonar Kollektiv – die Auftritte der Drumlesson Band währen allerdings bis heute fort, was allein schon den Erfolg des Drumlesson-Konzepts, klassische Elektronik-Tracks in Jazz zu covern, bescheinigt. In Karlsruhe war unter anderem nun zum ersten Mal ein DJ (Der Berliner DJ Samon Kawamura) mit auf der Bühne, der dem beinahe reinen Akustik-Set (Prommer agierte zwischendurch auch mal an einem Controller auf Ableton Live) einen Touch von Moderne zurückgab. Eine zweite Überraschung fand sich in der  Erweiterung der Live Band um Rhani Krija, der seine Percussion bereits für Sting im Rahmen der „Sacred Love“ LP (2003) und einer  anschließenden Welt-Tournee einsetzte.

Drumlesson Live Band

Matteo Scrimali, Roberto di Goia, Christian Diener

Konnte für die CD-Einspielung für Drumlesson Wolfgang Haffner an den Drums, Dieter Illg am Bass und Ernst Ströer an der Percussion gewonnen werden, so bilden die Live-Stammbesetzung Matteo Scrimali (Max Herre, Dennis Lisk (Denjo)) an den Drums, Christian Diener (Randy Brecker, Klaus Doldinger) am Bass und Roberto di Goia am Piano/Keyboard, der bereits Im Rahmen seines eigenen Projekts Marsmobil mit Christian Prommer zusammen kam und dem insofern bei Drumlesson eine besondere Rolle zukommt, da die Komposition der Stücke für Drumlesson in der Kooperation Prommer und di Goia entstanden sind. Prommer sah sich zu Beginn des Projekts allein als Produzent und Arrangeur – fand sich dann doch schnell, zu seiner eigenen Verwunderung, als immer mehr Booking-Anfragen eintrafen, auf einmal selbst auf der Bühne wieder – vor den Percussions stehend und mit einem riesen Spaß an der Sache. Doch lest selbst…

Das Interview:

Interview mit Christian Prommer

recordjob mit Christian Prommer

recordjob: Zuallererst die Frage, wie es zu der Erweiterung der Drumlesson Live Band um einen DJ kam…

Christian Prommer: Das war heute eigentlich nur einmal ein Testlauf – Wir kennen den Samon Kawamura schon ewig. Mit dem hab ich schon vor zwei Jahren eine Tournee gemacht, damals für Marsmobil. Daher kennen sich auch Samon und Roberto sehr gut, und ich wollte schon immer was mit Samon zusammen machen – Und da das hier eine große Bühne ist, mit viel Platz, haben wir das einfach mal ausprobiert. Und als Resümee muss ich sagen, ich fands gut. Das will ich in der Konstellation auf jedenfall gerne noch einmal machen.

recordjob: Der songtechnische Vorteil ist ja, dass der DJ, wie geschehen, Samples der elektronische Originale einstreuen kann…

Christian Prommer: Ja, sicher und das ist zugleich natürlich auch für die Atmosphäre interessant – Es ist ja schon sehr jazzig, dadurch dass das Klavier sehr dominant ist, und dadurch kommt eine bisschen andere Balance in die Arrangements.

recordjob: Um doch noch von vorne zu beginnen – Interessant ist natürlich auch die Hintergrund-Geschichte zu Drumlesson, die Entstehungsgeschichte…

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Christian Prommer: Also die Originalgeschichte ist so, dass ich den Tune „Strings of life“ gemacht hab. Also „Strings of life“ in einer Jazz-Version. Alleine für mich, ohne irgendwelche Hintergedanken – kein Plattenvertrag dafür gehabt. So vielleicht unter der Rubrik Selbstfindungsphase zu führen: Ich such mich und mach, was mir Spaß macht – denk einmal nicht drüber nach, ob das in der großen weiten Welt der Strategien Sinn macht. Und dann lag das ein Jahr bei mir rum. Ich hab dann immer noch weiter daran herum experimentiert und dann kam eben der Alex Barck von Jazzanova zu Besuch. Und dann im Reden spielt man nebenher, wie üblich, Sachen vor, die man ebenso macht. Und dann ist dieser Track eben in meinem iTunes gewesen. Also habe ich es ihm vorgespielt und bei ihm hat das dann einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Und am nächsten Tag hatte ich dann gleich die Anrufe der Kollegen, die das alle haben wollten und so hat der Tune einfach seinen Weg gemacht. Und dann gab es eine Single, „Strings of life“ auf Vinyl, und die hat dann über 5.000 Stück verkauft, vom Stapel weg.

recordjob: Das lief dann alles über Sonar Kollektiv?

Christian Prommer: Das war dann schon Sonar Kollektiv. Zu dem Zeitpunkt hat aber noch niemand über ein Album oder irgendetwas dergleichen geredet. Das war nur einfach unter dem Motto: Schauen wir, was passiert. Dann haben sich aber alle gedacht, okay, das ist ja super und das macht ja auch noch Spaß. Und das ist für mich gerade das Schöne dabei, weil ich ja eigentlich nur was gemacht hab, was ich machen wollte. So hat sich das dann verselbstständigt – Der “popular demand“ war so überzeugend, dass wir gesagt haben, okay, das machen wir. Und dann hab ich auch noch diese tollen Musiker motivieren können, eine Platte zu machen.

recordjob: Und bei dem ursprünglichen Track: Strings of life. Wie ist es da mit der Instrumentierung? Hast Du da alles selbst eingespielt?

Christian Prommer: Alles selber eingespielt, mit Roberto – Der spielte da das Klavier. Ich spiel nur die Percussion und das Schlagzeug, und Roberto Klavier und den Bass – Auf der Platte Drumlesson spiele ich ja gar nichts. Dafür sind dann die wunderbaren Musiker da. Dort habe ich nur arrangiert und produziert.

recordjob: Aber auch die ganzen Musiker dafür selber zusammen gestellt?

Die Drumlesson Studio-Band

Die Drumlesson Studio-Band

Christian Prommer: Ja genau, das habe ich alles gemacht. Wobei der nette Zufall war, das der Ernst Ströer an der Percussion und Wolfgang Haffner an den Drums seit 20 Jahren nicht mehr zusammen gespielt hatte. So war das wie eine Art Klassentreffen. Was wiederum für die Platte super war, weil die dann mit einem unglaublichen Spirit die Platte eingespielt haben.

recordjob: Die kamen aber, so weit ich weiß, nur am Einspieltag selbst mit dem Material in Berührung?

Christian Prommer: Ja, wobei ich das natürlich lange vorbereitet habe. Die kamen dann allerdings einen Tag vorbei und haben das dann eingespielt.

recordjob: Bezüglich deiner Vorarbeit. Wie arrangiert man so ein Vorhaben. Es ist ja doch schon sehr frei vom Original…

Christian Prommer: Das ist es auf jedenfall – Man sucht sich dazu Themen, um welche die Improvisationen sich herum legen können – Ich reagiere gerne auf Leute. Ich sage denen nicht, “Du musst“, sondern frage, was sie machen wollen und versuche, ihnen die Wohlfühlatmosphäre zu verschaffen, damit sie 150 % geben können. Gerade wie in diesem Fall eines Ensembles ist natürlich ganz wichtig, dass die Chemie stimmt. Und natürlich hat man Themen und Strukturen, in denen sie sich bewegen sollen – Und alles andere ist dann einfach der Moment.

recordjob: Und das lief dann wirklich an einem Tag ab. Zuerst haben sie den Track gehört…

Christian Prommer: Ne, die haben nichts gehört. Die wussten absolut nichts – wir haben lediglich zuvor die Themen besprochen und dann auch schon aufgenommen. Und die kennen die Originale auch immer noch nicht. Interessiert sie aber auch nicht. Was, wie ich finde, vollkommen in Ordnung so ist.

Drumlesson Vol.1

Drumlesson Vol.1

Es gibt ja Leute, die sagen, dass kann man so nicht machen, wenn man die History nicht kennt. Ich seh das einfach ein bisschen anders. Ich glaube die Musik gehört allen. Egal, wie du dazu findest – und ich fand und finde das so, wie es gelaufen ist, super. Dazu muss man sagen, dass Roberto, mit dem ich die Arrangements gemacht habe, die Originale kannte. Aber der Rest der Truppe gar nicht. Hinzu kommt dass die Jazzmusiker nicht diesen klassischen (jazz)Club-Ansatz haben – Das war mir wichtig, dass das nicht eine improvisierte Jazz-Komposition raus kommt, sondern ein live gespielter Techno-Track, was heißt, nicht so viele und dichte Soli, nicht so virtuos, sondern mehr Spirit – was so ein Wort war, das ich immer wieder gesucht, gebraucht und gefunden habe, und was ich in diesem Zusammenhang auch wirklich gut finde.

recordjob: Und dann fing die Live-Kiste an…

Christian Prommer: Ja, genau, dann hieß es auf einmal, ihr könnt in London spielen – wollt ihr? Und dafür musste natürlich erst einmal wieder eine Band her. Und seit diesem Moment sind jetzt eineinhalb Jahre vorbei und wir spielen noch.

recordjob: Wobei ihr ja wirklich überall unterwegs seid. Vor allem auch international…

Christian Prommer: Ja, in Deutschland sind wir gar nicht soviel. Waren ja auch schon in Japan damit und in England viel.

recordjob: Und letztes Jahr auch in Holland auf dem north sea jazz festival…

Christian Prommer: Ja, genau. Das war für mich natürlich ganz besonders, beinahe schon nicht glaubhaft. Ich hab da zwar schon einmal aufgelegt – okay als DJ, aber ich als Musiker auf north sea, das war natürlich schon super. Eine Bühne neben Wayne Shorter und Herbie Hancock zu spielen.

recordjob: Zur Produktion selbst. Wie habt ihr das mit der Mikrofonierung gemacht. Alles ganz klassisch an den Drums und Klavier?

Christian Prommer: Ja, eigentlich klassisch. Also Klavier mit drei Mikrofonen, zwei vorne, eins hinten am Flügel, womit das Klavier noch eine zusätzliche Tiefe bekommt. Und das Schlagzeug ganz klassisch. Wobei man da ergänzen muss, dass ganz tolle Instrumente habe. Alte vierziger, fünfziger Jahre Stingerland und MIDI-Drums. Und ich leg sehr viel Wert darauf, dass es bei der Aufnahme schon gut klingt. Das einfach auch schon eine gute Stimmung vorliegt, vielleicht noch ein Handtuch drauf – Das man auch den Sound sucht, der ein bisschen anders ist. Wir haben dann auch bei einer Nummer ein Becken auf die Snare gelegt. Das Raummikro hatten wir zwar, haben es aber nicht verwendet.

recordjob: Was ja über die Overheads gehen kann…

Produzent und Musiker Prommer

Christian Prommer: Ja, genau. Die Overheads machen den Sound. Ich finde man muss, wenn wir schon einmal tontechnisch rangehen, generell bei Drums beachten, dass es ein Instrument ist, das in sich gestimmt und als solches aufgenommen werden muss, und kein Orchester, das man dann am Mischpult neu sortiert. Ich finde ganz wichtig, dass der Drummer so wir er spielt, die Lautstärkenverhältnisse und so weiter, dass sich die im Mix wiederfinden. Der mikroskopische Blick auf das Instrument Schlagzeug gefällt mir nicht. Ich muss nicht drei Mikros an der Snare haben.

recordjob: Du experimentierst diesbezüglich viel?

Christian Prommer: Ja, neulich habe ich eine Platte gemacht, da habe ich diese Glenn Jones Methode ausprobiert. Die müssen ja, um die beiden verwendeten Mikrofone in Phase zu haben, mit dem Zollstock ausgerichtet bzw. positioniert sein. Und dadurch, dass der Drummer vor der Hihat sitzt, ist dann auf dem einen Signal die Hihat nicht drin. Und durch das spezielle Panning bekommt man dann einen wahnsinnigen 3D Sound hin – mit allein zwei Mikrofonen. Fehlt nur noch ein Kick-Mikro für den Druck. Dazu muss ich sagen, dass ich mich erst spät an solche Methoden getraut habe. Bei der Aufnahme-Session für Drumlesson habe ich natürlich auf safety gemacht. Den Bass mit einem U47. Gut war, dass das Studio zu dem Zeitpunkt ganz gut ausgerüstet war.

recordjob: Hat das in deinem Studio stattgefunden?

Christian Prommer: Nein, das hat in München im Realistic Sound stattgefunden.

recordjob: Du hast aber eigenes Equipment mitgenommen.

Christian Prommer: Genau. Ich hab da nämlich ganz tolle Preamps – Neve, Telefunken, die ich dann immer mitnehme, und das macht schon was aus, glaube ich.

recordjob: Und beim Mischen waren dann doch einige Spuren auf dem Pult zu regeln?

Christian Prommer: Es ging. Es war Percussion 2 Mikros, Drums, Klavier, Kontrabass – fertig, so 16 Spuren. Mehr ist es ja nicht. Ich habe zudem damals ja noch nicht mit gespielt. Das hat sich erst mit der Live-Geschichte dann so ergeben. Ich habe das wirklich damals als Producer-Platte gesehen. Und ich dachte auch nicht, dass ich damit länger zu tun habe. Ich dachte, ich mach mal schnell das Album und dann wieder meine Techno-Tracks. Und dass ich dann als Jazz-Musiker durch die Welt reisen darf, das ist natürlich Wahnsinn. Deswegen habe ich es auch Drumlesson genannt, weil es für mich ein Unterricht, eine Lektion in Musik ist – Weil ich dann auf der Bühne stehe und nur noch lachen könnte, so gut ist das. Und das gute war auch, dass ich am gleichen Abend, nach der Aufnahme-Session, noch aufgelegt habe, in der Legislatur in München, und gleich eine Nummer testen konnte, einfach mit einem Ruff-Mix, einem Bounce – und dann bin ich am nächsten Tag gleich nach Wien ins Studio gefahren und hab das dort gemischt – Auch in einem Tag. Dazu muss man sagen, dass Peter Kruder Wahnsinn ist – der hat das dann gemischt.

recordjob: In Kooperation – Kruder und Prommer?

Christian Prommer: Nein, ich saß dann wirklich daneben und hab noch Ideen eingeworfen. Der Peter Kruder hat wahnsinnige Ohren, der kann das auch alles mit den Räumen und der hat ja auch dieses ganze analoge Equipment.

recordjob: Und Mastering?

Christian Prommer: Das hat dann bei Calyx in Berlin statt gefunden. Das ist ja dann noch mal wirklich ein Arbeitsgang für sich. Nein, und wir haben dann beim Mischen erst einmal ein bisschen rumexperimentiert, bis wir einen Sound gefunden haben – und den hat das Album dann gekriegt.

recordjob: Interessant ist natürlich auch, wie das jetzt weiter geht mit Drumlesson. Es lässt sich ja lesen, dass Volume 2 geplant ist bzw. kommt.

Christian Prommer: Das Problem dabei ist nur, dass ich im Nachfeld so viele Ideen diesbezüglich gehabt habe und die auch zugleich lautdenkerisch verkündet habe, sodass erst einmal gar nicht klar war, was nun wirklich kommt. Eine Idee war natürlich das Konzept umzudrehen. Jetzt habe ich Techno-Tracks in akustische bzw. Jazz-Versionen umgemauert – dann könnte doch auch eine Idee sein, eine elektronische Platte zu machen, die sich auf akustische Nummern bezieht.

recordjob: Die Frage, die sich einem aber diesebzüglich stellt ist, ob das Konzept so in Reinkultur umzudrehen ist?

Christian Prommer: Das ist sicher eine wichtige Frage dabei, aber viel wichtiger ist die des Kollektivs. Ich möchte auf jedenfall wieder ein tolles Ensemble dafür haben wie dieses Mal die Band – Das man dann einfach ein paar tolle DJs und Producer findet, mit denen man das macht. Aber jetzt steht erst einmal an, dass wir noch einmal eine neue Drumlesson machen, einfach noch einmal ein paar Cover-Versionen – also das “Gleiche” noch einmal – aber es wird ein bisschen minimaler, also nicht mehr ganz so latin-jazz, sondern auch ein bisschen afrikanischer, oder auch mitteleuropäischer in dem Sinn. Zudem wird es vom Konzept her expandieren – also nicht nur ein Tag für die Aufnahme, nicht ganz so spontan, sondern mehr geplant. Vielleicht mit prepared Piano, bisschen Overdubs und Melodron und solche Sachen. Das möchte ich schon auch ausprobieren.

recordjob: Ein bisschen antiquierte Sounds?

Christian Prommer: Antiquierte Sounds, ja, aber auch keine Angst vor der Beatles-Schublade zu haben, bezüglich Soundästhetik.

recordjob: Und wie ist der effektive Erfolg des Konzepts Drumlesson, sprich Verkaufszahlen?

Christian Prommer: Läuft auf jedenfall sehr gut, über alle Erwartungen, wir haben jetzt 15.000 CDs verkauft, was für eine Jazz-CD echt okay ist – Und Downloads genauso. Also ein voller Erfolg für alle.

recordjob: Und was macht Christian Prommer neben Drumlesson? Abgesehen davon, dass ihr damit jetzt sehr viel unterwegs ward?

Christian Prommer: Ja gut, ich produziere relativ viel. Ich hab das neue DJ Hell Album produziert und mitgeschrieben, wo auch ein Song mit Brian Ferry drauf ist, den wir gemacht haben, was jetzt als Single kommt und ziemlich viel Spaß gemacht hat – Und hab jetzt auch mehr mit DJ Hell zu tun – mach Produktionen und Remixe, die er macht. Dann hab ich das neue Marsmobil Album gemacht, Roberto di Goias Solo-Album – das habe ich produziert und mitgeschrieben.

recordjob: Das kommt wann?

Christian Prommer: Das kommt im Januar raus. Das haben wir jetzt über Weihnachten gemacht. Das dauert ja immer lang. Und dann hab ich noch ein Album für eine Sängerin, die Kim Sanders heißt. Das wird auf jedenfall toll und kommt vor Weihnachten raus. Das ist eine Amerikanerin, die schon lange in Berlin lebt und eine wahnsinnige Stimme hat. Die hat früher auch Eurodance gemacht, und da das mittlerweile auch 20 Jahre her ist, da rausgewachsen ist – und das ist eine tolle Platte geworden. Die habe ich übrigens komplett mit der MPC gemacht, alles in Mono. Alles über ein Preamp, über ein Mikrofon – Also ein richtig minimalistischer Übungsraum-Ansatz – auch wiederum mit Roberto als Partner. Hat Spaß gemacht und ist super geworden.

recordjob: Auf jedenfall ist es sehr interessant, wie flexibel Du an die Projekte herangehst. Hier zum einen den digitalen Produktionsweg und mit Drumlesson so gut wie rein analog. Auf welcher Plattform arbeitest Du denn, wenn es digital zugeht, gerade z.B. bei Marsmobil?

Christian Prommer: Meistens mit Logic. Da ist eigentlich mein Ding. Aber ich bin schon sehr fasziniert von Ableton. Daneben muss man sagen, dass ich ein totaler Technik-Geak bin – ich hab so Vintage-Zeug – und gesucht bis ich diese Neves gefunden hab und Röhren-Mikrofon, aber unterm Strich ist das nicht wichtig. Es ist immer das, was man daraus macht. Natürlich ist das wichtig, weil es dir damit Spaß macht, zu arbeiten, und dann hast du Lust ins Studio zu gehen, aber im Prinzip: ob es jetzt auf Festplatte landet oder auf Tape, das ist irgendwie sekundär.

recordjob: Wobei die digitalen Geschichten gerade im Controller-Bereich mittlerweile auch Richtung Live-Performance eine gute Bereicherung bilden…

Christian Prommer: Ja, auf der Bühne ist das schon wieder etwas anderes. Ich habs mir heute auch gedacht – Du spielst halt hier so ein Konzert, aber man hat fast Erklärungsbedarf, weil die Leute natürlich keinen Einblick in den Background meines Projekts haben. Natürlich können da Visuals diesen Ansatz unterstützen, aber man kann auch nicht alles machen.

recordjob: Okay, dann noch die Frage, wann man sich auf die nächsten Cover-Versionen von Drumlesson freuen kann. Wann soll denn die Platte im Laden erhältlich sein?

Christian Prommer: Die ist jetzt bestimmt in so einem Monat fertig – Und kommt dann Anfang nächsten Jahres. Dabei darf man verraten, dass die Original-Stücke mehr Techno als House sein werden, es geht noch ein bisschen weiter zurück und es sind bekanntere Tracks dabei, also fast schon Hits. Und die Neuerung ist: auch mit Gesang – Zwei Nummern sind auch Vocal-Tracks.

recordjob: Ja super, dann Dankeschön für das Interview und viel Erfolg weiterhin.

Christian Prommer: Ich danke auch.

Wer auch noch in den Genuß kommen will, Drumlesson mit den Songs von Vol.1 live und in Deutschland (was gar nicht so leicht ist) zu sehen, hat voraussichtlich nur noch eine Möglichkeit – am 10.10 diesen Jahres in der Geburtsstadt Prommers, in München, in der Muffat Halle auf der Compost Party.

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