
Das Babyface
Matthias Carstens von RME im Interview über das im Sommer kommende USB-Audio-Interface Babyface – Mit dem Babyface präsentiert sich das zur Zeit einzige USB-Audio-Interface mit ADAT I/O. RME hat auch einen zusätzlichen regelbaren analogen Ausgang bereitgestellt, der das Ausgangs-Signal zum Kopfhörer, oder auf das zweite Set Monitore bringt. Dass RME zudem keinen fremden USB-Chip einbaut, sondern die gesamte Engine selbst aufsetzt, versteht sich da beinahe von selbst. Das nicht nur optisch aufregende Stück neue Desktop-Kultur präsentiert sich als kleiner und vor allem hochwertiger (stets 192 kHz) Alleskönner.
RJ: Was sind denn die Eigenschaften des Babyface – ganz naiv gesagt, womit haben wir es hier zu tun und wer soll damit angesprochen werden?
Matthias: Wir haben ja letztes Jahr mit dem Fireface UC unser erstes amtliches USB-Audio-Interface rausgebracht – was die gesamte Konkurrenz geschockt hat. Mit dem Babyface legen wir nun einfach nach. Das bedeutet – dieses Gerät ist nicht das typische Rack-Gerät, sondern soll auf dem Desktop liegen. Im Mittelpunkt steht, unschwer erkennbar, dieser Controller, der einfach wie ein Lautstärkeregler anmutet, aber fast für die gesamte Steuerung zuständig ist. Man darf nun zunächst hinter dem sehr kleinen Gehäuse des Babyface, zudem es über Buspower betrieben werden kann, kein Fireface UC erwarten – es mussten gewisse Einschränkungen gemacht werden – , aber ich denke, was wir für diese Verhältnisse reingepackt haben, ist schon sensationell: Insgesamt geht es zehn mal rein und zwölf mal raus – Wir haben zwei analoge Mikrofon-Eingänge, mit den gleichen digital-kontrollierten Mikrofon-Preamps wie z.B. aus dem Micstasy, die kann man natürlich auch als Line-Eingang benutzen.
RJ: Wo gehen die denn rein?

Grundsolider Encoder-Knopf
Matthias: Über die Buchse auf der Rückseite wird die Kabelpeitsche raufgesteckt. Wir haben dazu ein Stereo-Analog-Eingang, Stereo-Analog-Ausgang für Line-Out plus einen zusätzlichen Stereo-Analog-Ausgang, den man normalerweise für den Kopfhörer benutzen würde, wenn man ihn nicht aufgrund seiner Hochwertigkeit als Ausgang für die zweiten Monitore benutzen will. Dieser befindet sich nicht am Kabel, sondern direkt am Gerät – Das ja auch neben dem Laptop liegt, sodass man mit diesem Ausgang dann gut agieren kann.
RJ: Bietet die Kabelpeitsche noch weitere Optionen?
Matthias: Ja, da findet sich noch MIDI I/O daran. Und zudem noch ADAT I/O, womit die weiteren Kanäle auch erklärt wären.
RJ: Und das wird alles über USB-Bus-Power betrieben.
Matthias: Genau das ist der Clou. Das Netzteil liegt zwar anbei, aber Konzept ist hier wirklich, dass der Laptop das aus eigenem Antrieb gut bewältigen kann. Für den Notfall liegt dann natürlich das Netzteil anbei. Das Babyface ist zugleich das erste Gerät, das wir mit Effekt ausgestattet haben. Wir haben hier einen parametrischen 3-Band Equalizer auf jedem Ein- und Ausgang sowie Hall und Echo.
RJ: In RME-Qualität und auch bei 192 kHz?

Der stolze Vater...
Matthias: Genau – Ohne Einschränkung. Wir haben hier, wenn wir nun zu der auf dem Gerät befindlichen Bedienung kommen, einen Select-und einen Recall-Taster und einen großen Encoder-Knopf mit Druckfunktion. Und das bedient sich fast wie von selbst. Drück ich einmal, bin ich bei den Infos, kurbel ich, stelle ich den Eingangs-Gain ein, zunächst für beide Kanäle gleichzeitig – drück ich noch einmal, dann nur für links, drück ich noch einmal, nur für rechts und drück ich noch einmal, dann wieder für beide. Ideal für den typischen Anwender zuhause – Mikrofon links, Gitarre rechts – so kann ich beide direkt und einfach getrennt regeln. Drück ich dann noch einmal, bin ich bei Out und bediene die Ausgangslautstärke. Wenn ich jetzt klicke, komm ich zur Dimm-Funktion und so weiter, bis ich wieder am Anfang bin.
RJ: Und dann ist da ja noch die Recall-Taste…
Matthias: Genau. Hier kann ich eine Standard-Lautstärke definieren, dann kurbel ich rauf und runter, wie ich will, wenn ich wieder zu dieser Lautstärke zurück will, drück ich einfach noch mal.
RJ: Was wurde dann eingespart, jetzt im Gegenüber zum Fireface UC?
Matthias: Es findet sich kein koaxialer S/PDIF oder AES I/O und wir machen natürlich keine 19 dBu am analogen Ausgang, denn dafür brauch man einfach die hohe Spannung und den dafür nötigen Strom. Andererseits ist es ja so, dass die Leute heutzutage wirklich Probleme mit ihren Monitoren haben, da diese so überempfindlich sind, sodass der niedrigste Pegel von -10dB schon zu laut ist. Darum glaub ich nicht, dass das irgendjemand stören wird.
RJ: Okay und was kommt beim Babyface noch Softwareseitig mit?
Matthias: Gut, wir haben da ja das TotalMixFX, das parallel komplett überarbeitet wurde – sich allein schon optisch völlig neu präsentiert.
RJ: Das Monitoring-Mischpult von RME?
Matthias: Genau. Das ist ja bei jedem unserer Produkte dabei.
RJ: Okay, und im Handel befindet sich das Babyface ab wann?
Matthias: Im Sommer.
RJ: Ah, im Sommer. Und wird wieviel kosten?
Matthias: 599€ (inkl. Mwst.)
RJ: Danke für das Gespräch.
Matthias: Gern geschehen

Da bahnt sich was großes an...
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RJ Nachtrag: Achja, eine Hi-Z Eingang hat das Babyface auch…
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